Photovoltaikanlage Eigenverbrauch ohne Netzeinspeisung Finanzamt EVU Meldung

Photovoltaik Eigenverbrauch ohne Netzeinspeisung und Finanzamt

Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch ohne Finanzamt EVU Meldung

Autarke und unabhängige Stromversorgung

Beitrag aus dem PV Forum:

 

Nach langen Überlegungen habe ich mir mit Unterstützung eines Solateurs eine PV-Anlage zur größtmöglichen Eigenversorgung zusammenkonstruiert, installiert und in Betrieb genommen.

Die Anlage läuft seit dem 01. August, seitdem steht der Netzzähler absolut still, das Haus hängt vollständig am Wechselrichter, der je nach Verbrauch und Tageszeit den Strom direkt von den Solarreglern oder aus den Akkus bezieht. Momentan werden täglich ca. 13-15 kWh Strom auf dem Dach erzeugt, die Akkus sind damit abends bei Sonnenuntergang auf 100%. Bis zum nächsten Morgen werden um die 4-5 kWh entnommen, die Akkus haben dann noch 75-80% Restladung. Die gesamte PV-Anlage kann zu keiner Zeit ins Netz einspeisen, der 230V Ausgang des Wechselrichters geht über den Wendeschalter nur auf die Hausinstallation. Bei dieser Betriebsweise hat das Haus keinerlei Verbindung zum öffentlichen Netz, da dieser Schalter alle 4 Leitungen direkt nach dem Bezugszähler auftrennt. Es handelt sich also um einen vollständigen Inselbetrieb.  Im Inselbetrieb sind alle 3 Phasen nach dem Wendeschalter gebrückt, d.h. das Haus arbeitet einphasig. Da der Wechselrichter nur 5kVA, kurfristig auch höhere Spitzen, erzeugen kann, besteht keinerlei Gefahr der Überlastung irgendeiner Leitung. Ohnehin ist ja das gesamte Hausnetz unverändert nach den Regeln der elektrischen Kunst mit beinahe unendlich vielen Sicherungsautomaten von mindestens 16A je Kreis abgesichert.  Sollte die PV-Anlage ausfallen oder im Winter nicht genug Strom erzeugen, kann mithilfe des Wendeschalters durch einfaches Umlegen der Originalzustand der gesamten Hauselektrik wie eh und je wiederhergestellt werden, d.h 3 x 63 A dreiphasig.

 

  • Bundesnetzagentur: Eine Inselanlage die nicht einspeist bzw. keine Förderung erhalten kann, muss nicht angemeldet werden
  • EVU: Mein Stromversorger hat mir gratuliert, da dessen Politik lautet: Energieerzeugung gehört in Bürgerhand
  • Netzversorger: Solange keine Einspeisung und kein Netzparallelbetrieb erfolgt, interessiert sie das nicht
  • Zollverwaltung: Stromsteuer wird erst erhoben bei diversen MW Erzeugungsleistung
  • Finanzamt: Solange ich kein Stromversorgungsunternehmen (Gewerbebetrieb) aufmache. ist das Projekt nicht steuerrelevant.

 

Um einige sicherlich kommende Fragen gleich zu beantworten:

 

1) Ist die Leistung von 5 KW des Wechselrichters ausreichend?

Ja, denn es wird mit Gas gekocht, für die Warmwassererzeugung gibt es eine thermische Solaranlage, die auch die Waschmaschine und die Spülmaschine bedient, ein Wäschetrockner existiert nicht. Seit letztem Winter sind ausschließlich LED Lampen installiert.

 

2) Was passiert im Winter?

Gute Frage, irgendwann im Herbst wird die Leistung der PV nicht mehr reichen, die Akkus aufzuladen, dann werde ich sehen, wie sich das Ganze verhält und entscheiden, ob ich alle paar Tage oder permanent auf Netzbetrieb umschalte. Laut Simulation sollte es irgendwann im Oktober soweit sein. Es gibt auch noch die Variante den automatisch schaltenden AC Eingang des Wechselrichters zu verwenden.

 

3) Was passiert mit der Überschussleistung im Sommer?

Garnichts, die Solarregler regeln irgendwann den Strom runter, wenn er weder von den Verbrauchern noch den Batterien benötigt wird. Später könnte man ja mal ein E-Auto damit laden. Da die Sonne aber keine Rechnung schickt, kostet mich der Verzicht nichts. In der Summe handelt es sich um einige hundert kWh, eine Einspeisung zu 12 ct rechnet sich nicht, da kostet das ganze Einspeisegedöns mehr als ich in 10 Jahren damit verdienen könnte. Vom damit verbundenen bürokratischen Aufwand will ich garnicht reden, meine Nerven sind viel kostbarer.

Verwendet wurden:

 

  • 4 KW peak Module
  • 2 Solarregler VC
  • 1 Inselwechselrichter VC MP 5 K
  • 1 Satz Hoppecke OPZ Batterien 24V/750 Ah, ca. 18 kWh Gesamtkapazität, davon ca. 5,5 nutzbar bei Entladung auf 70%
  • 1 VC-Monitor
  • 1 Stück 4-poligen manuellen Umschalter 63 A (Wendeschalter)
  • und natürlich die ganze Verkabelung

IKRATOS  -  Beratung & Ausstellung & Installation

Seit 18 Jahren erarbeiten wir Energiekonzepte und übernehmen die schlüsselfertige Installation. Gerne nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen. Im firmeneigenen "Sonnencafé" täglich von 9 - 16 Uhr. Hier auch die nächsten Veranstaltungen ☎09192 992800 oder ☎ 0800 9928000

Kommentar schreiben

Kommentare: 14
  • #1

    Peter Malter (Donnerstag, 05 Januar 2017 10:37)

    Wir wollen eine PV-Anlage mit Eigenvorsorgung bauen.
    Betrieb einer Infrarot-Heizung.
    Dachfläche ca 120 m², gg Süden.
    Wie macht man das am Besten.

    Vielen Dank
    MFG
    Peter Malter

  • #2

    Stelljes (Donnerstag, 16 Februar 2017)

    Guten Tag,

    genau das interessiert mich auch, habe ein Einfamilienhaus mit Erdwärmepumpe. Verbrauche insgesamt ca 8000 kwh im Jahr (Heizen und Haushalt zusammen) ein Stromzähler.
    Eine Photovoltaikanlage möchte ich schon immer installieren, doch die bürokratische Abwicklung (Finanzamt etc. ) abschreckend. Auch möchte ich auf Eigenverbrauch keine Steuer zahlen, was ich als Kleinunternehmer müsste.
    Findet man einen Elektroinstallateur der einem sowas installiert?
    Bitte Info
    Mfg
    Stelljes

  • #3

    ikratos (Donnerstag, 16 Februar 2017 09:01)

    klar gibt es das - schreiben Sie uns doch Adresse und mailanschrift an kontakt@ikratos.de

  • #4

    Böttjer (Freitag, 17 Februar 2017 10:51)

    Hallo,
    das hört sich ja alles sehr interessant an. Und wie sieht es mit Power to Gas aus? Also den überschüssigen Strom im Sommer umwandeln in Gas und in einem Gasspeicher so wie früher wo es noch keine Gashausanschlüsse gab zu speichern und im Winter wieder zu Strom umwandeln?
    Gibt es schon sowas?
    Mfg
    Böttjer

  • #5

    ikratos (Montag, 20 Februar 2017 10:13)

    ... Hallo Herr Böttjer,

    Tolle Idee ... dies wäre sicherlich auch was für Bayernwerk .... kontaktieren Sie doch mal www.energieloesung.bayern.de

    LG Ik

  • #6

    Franz Burgers (Samstag, 11 März 2017 07:30)

    Autarke Anlagen ohne Finanzamt - das ist es was ich will. Ich habe mich für hocheffektive Technik von SunPower entschieden und werde die Mehrwertsteuer bezahlen - also bis bald - dann ikratos.

  • #7

    Gertie Stark (Sonntag, 16 April 2017 18:34)

    Ist SunPower Anlage mit Tesla Speicher das Richtige für uns ? Wir wollen neu bauen und suchen einen guten Solarteur und Installateur der uns eine Solaranlage ohne Meldung Finanzamt und Bundesnetzagentur bauen kann.

  • #8

    Ludwig K. aus Forchheim (Mittwoch, 19 April 2017 06:44)

    Genau eine solche Anlage mit Solar möchte ich mir einbauen lassen. Wann können Sie mich beraten ....

  • #9

    Franz (Montag, 24 April 2017 21:11)

    Ja, das hört sich sehr interessant an. Wie sieht es mit den Kosten für die oben beschriebene Anlage aus? Rechnet sich das wirklich mit den Akkus? Diese Seite ist für erste Überlegungen auch recht hilfreich: https://pvspeicher.htw-berlin.de/unabhaengigkeitsrechner/

  • #10

    Thomas He. (Mittwoch, 17 Mai 2017 21:39)

    Hi,

    Der Bericht hört sich ja super an. Kann man die Umschaltung zwischen Solar/Batterie und EVU nicht Automatisch machen? Dann wäre das genau die Anlage die ich suche.

    Mit besten Gruß
    Thomas

  • #11

    Weese (Freitag, 30 Juni 2017 09:02)

    Guten Tag ich würde gerne eine Anlage auf meinem Dach istalieren lassen zu Miete
    Das Dach hat ca 60 Quadratmeter ohne einspesung ins Netz.
    Meine Frage ist das möglicj
    Mit Freundlichen Grüßen Weese

  • #12

    Andreas (Donnerstag, 04 Januar 2018 17:02)

    Hast du super gemacht und ich danke dir mit dem tipp, vielleicht mal über das mining von kryptowährungen nachzudenken (etherium - ether). diese ist in den letzten paar monaten von 200 auf fast 1000 euro gestiegen und ich habe deinen beitrag hier gefunden, weil ich nach einer lösung suche, zusätzlich zur wertsteigerung der geminten ether, bestenfalls auch beim strom zu sparen. ;)

  • #13

    Otto (Sonntag, 04 März 2018 18:12)

    Hallo,
    gibt es diese Lösung auch für ein Carport ? Die Verbindung zur Hausstromversorgung ist nicht Möglich .Der Wunsch wäre ein E-Auto mit PV-Strom ab 15 Uhr zu Laden. Ein 10 KW Speicher ist ausreichend.
    Geplant sind PV -Module ab 350 KW bei Überschussstrom stelle ich mir vor Wasser zu Erwärmen oder WA zu versorgen.

    Danke für die info




  • #14

    Stefan Barth (Dienstag, 26 Juni 2018 19:07)

    Ich habe eine Anwendungsidee, für die ich noch keine praktikable Lösung gefunden habe, alle gelegentlichen "Experten" haben gepaßt. Vorab: Ich habe mal Elektrotechnik studiert, mit Diplom 1978 in Dresden, mein Berufsleben bis zur Rente war dann "fachfremd". Ich habe also im Prinzip "Ahnung", bin im Detail aber Laie, bei heutiger Solartechnik ahnungslos.
    Ich möchte für die Luftentfeuchtung in meinem 100km entfernten kleinen Mietshaus eine vollautomatische Solar-Inselanlage einbauen, dh. die Trockner laufen nur, wenn ausreichend Sonne scheint. Ohne Akkus und externe Eingriffe. Reicht die Leistung nicht aus, wird der Strom "vor" einem Schwellenschalter auf einen thermischen Heizkörper abgeleitet. Kommt zuviel Leistung, werden die Überschüsse wieder auf den Heizkörper geleitet, denke ich. Eine Phasensynchronisation mit dem Netz ist nicht nötig.
    Wer kann mir helfen? 4 Paneele je 100W habe ich schon.


iKratos Energie und Solar

iKratos Solar- und Energietechnik GmbH

91367 Weißenohe bei Nürnberg

Bahnhofstrasse 1

 

☎ 09192 992800 ✉ kontakt@ikratos.de

 

Besuchen Sie unsere Ausstellung mit Beratung mitten im Städtefünfeck - Nürnberg - Fürth - Erlangen Forchheim und Bayreuth - täglich von 9-16 Uhr - Samstag nach Vereinbarung - im "Sonnencafe"

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.


Unsere Beispiele aus über 6.000 Referenzen